August 2026: Chemie-Pharma zieht Aussenhandel tief ins Minus

Nach dem kräftigen Anstieg im Vormonat (+14,6 Prozent) brachen die Exporte im August 2026 um 17,2 Prozent ein – ausschliesslich bedingt durch Chemie-Pharma. Unter Ausschluss der chemisch-pharmazeutischen Erzeugnisse zeigt sich bei den Exporten eine insgesamt positive Entwicklung. Auch importseitig sank der Warenverkehr (–11,6 Prozent) in erster Linie wegen der Sparte Chemie-Pharma. In der Handelsbilanz resultierte ein Überschuss von 5,6 Milliarden Franken.

Gesamtentwicklung

In den vergangenen Monaten hinterliess die sehr volatile Entwicklung bei Chemie-Pharma deutliche Spuren im schweizerischen Aussenhandel: Der markanten Exportsteigerung der Sparte im Juli von 27,6 Prozent folgte im August 2026 ein ebenso kräftiger Rückgang von 32,2 Prozent. Die Gesamtexporte beliefen sich im August 2026 auf 23,0 Milliarden Franken (–17,2 Prozent; real: –8,6 Prozent), womit sie auf das Niveau von März / April des laufenden Jahres zurückfielen. Die Importe reduzierten sich gegenüber dem Vormonat um 11,6 Prozent auf 17,4 Milliarden Franken (real: –3,1 Prozent). Damit kamen die Einfuhren auf das Niveau vor Jahresfrist zu liegen. Die Handelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 5,6 Milliarden Franken.

Exporte in die USA gehen um 31,2 Prozent zurück

Obwohl die Gesamtexporte im August 2026 deutlich zurückgingen, verzeichneten sieben der zehn Warengruppen eine positive Entwicklung. Zu den Wachstumstreibern gehören die Maschinen, Elektronik und Apparate, Fahrzeuge sowie Bijouterie und Juwelierwaren, deren Exporte insgesamt um 470 Millionen Franken zunahmen. Besonders ausgeprägt war dagegen der Einbruch bei den chemisch-pharmazeutischen Erzeugnissen, deren Lieferungen nach einem kräftigen Vormonat im August um 32,2 Prozent oder 5,2 Milliarden Franken zurückgingen. Vor allem die pharmazeutischen Erzeugnisse belasteten das Ergebnis stark. Auch die Ausfuhren von Uhren nahmen nach zwei positiven Vormonaten, um −7,2 Prozent (–169 Millionen Franken) ab.

Regional betrachtet waren alle drei bedeutenden Absatzräume von rückläufigen Exporten betroffen. Nordamerika erfuhr ein Minus von –31,0 Prozent, Asien von –18,9 Prozent und Europa von –9,1 Prozent. Die Lieferungen in die USA sowie nach China erlitten einen markanten Dämpfer und gingen um 1,4 Milliarden und 457 Millionen Franken zurück. Ebenfalls von einer starken Abnahme der Ausfuhren betroffen waren Slowenien und Italien mit 2,0 Milliarden und 439 Millionen Franken. Demgegenüber nahmen die Exporte nach Österreich kräftig zu (+57,7 Prozent oder 354 Millionen Franken).

Importe von Chemie-Pharma verlieren 35,8 Prozent oder 2,5 Milliarden Franken

Der Rückgang der Importe im August 2026 war nahezu vollständig auf die deutlich gesunkenen Einfuhren der chemisch-pharmazeutischen Erzeugnisse zurückzuführen, die um 35,8 Prozent oder 2,5 Milliarden Franken abnahmen. Innerhalb dieser Gruppe belasteten vor allem die Arzneiwaren, Antisera und Vaccine das Ergebnis mit einem Minus von 1,6 Milliarden Franken. Demgegenüber stiegen die Importe von Fahrzeugen um 182 Millionen Franken (Luftfahrtzeuge: +101 Millionen Franken) und jene von Metallen und Metallerzeugnissen um 78 Millionen Franken.

Nach Herkunftsregionen betrachtet importierte die Schweiz weniger Waren aus allen drei grossen Wirtschaftsräumen. Europa (–7,5 Prozent) verzeichnete die stärkste Abnahme der Einfuhren, während die Bezüge aus Asien (–1,2 Prozent) und Nordamerika (–2,7 Prozent) nur leicht sanken. Innerhalb Europas gingen die Importe aus Slowenien bereits zum dritten Mal in Folge deutlich zurück (–49,9 Prozent oder –943 Millionen Franken). Auch aus Deutschland, Österreich, Irland und Belgien wurden weniger Waren eingeführt.

Link zur Medienmitteilung
Herausgeber: Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit