Juli 2026: Exporte überwinden monatelangen Stagnationstrend

Der schweizerische Aussenhandel zeigte im Juli 2026 eine sehr kontrastierende Entwicklung: Während die Exporte saisonbereinigt mit einem Plus von 13,8 Prozent markant zulegten, verringerten sich die Importe gegenüber dem Vormonat um 4,5 Prozent. In beiden Handelsrichtungen prägte die Sparte Chemie-Pharma das Ergebnis entscheidend. Der stark divergierende Verlauf zwischen den Exporten und den Importen liess den Überschuss in der Handelsbilanz auf einen neuen Monatsrekord anwachsen (+8,1 Milliarden Franken).

Gesamtentwicklung

Nach dem Rückgang im Vormonat legten die Exporte im Juli 2026 saisonbereinigt um 13,8 Prozent zu (real: +10,7 Prozent) und wiesen mit 27,8 Milliarden Franken das höchste Ergebnis seit März 2025 auf. Damit tendiert die Exportentwicklung nun aufwärts, nachdem sie monatelang einen Stagnationstrend widerspiegelte. Derweil sanken die Importe gegenüber dem Vormonat um 4,5 Prozent auf 19,6 Milliarden Franken (real: –2,8 Prozent). Hier zeigt die Entwicklung seit Oktober 2025 insgesamt seitwärts. Die Handelsbilanz schloss mit einem markanten Überschuss von 8,1 Milliarden Franken.

Exporte nach Slowenien mit einem Plus von 2,7 Milliarden Franken

Sieben der zehn grössten Exportsparten wiesen im Juli 2026 einen Anstieg auf. Hauptpfeiler des Gesamtplus waren einmal mehr die chemisch-pharmazeutischen Erzeugnisse, deren Exporte innert Monatsfrist um einen Viertel oder 3,3 Milliarden Franken zulegten. Hier steuerten die pharmazeutischen Grundstoffe sowie die chemischen Erzeugnisse je rund 1,3 Milliarden Franken bei. Mehrumsätze erzielten ferner die Sparten elektrischer Strom, Uhren sowie Metalle und Metallerzeugnisse. Bei den Uhren ist dies das zweite Monatsplus in Folge. Derweil stagnierten die Lieferungen von Maschinen, Elektronik und Apparate.

Die Entwicklung nach Absatzräumen zeigte eine grosse Spannweite. Die Exporte nach Europa erhöhten sich innert Monatsfrist um 22,9 Prozent oder 3,1 Milliarden Franken. Dabei stammten rund 90 Prozent des Anstiegs allein von den Mehrexporten nach Slowenien (+2,7 Milliarden Franken). Ausserdem nahmen die Lieferungen nach Italien und Deutschland namhaft zu (+431 und +235 Millionen Franken). Der Versand nach Asien weitete sich um 7,1 Prozent aus. Hier stach China mit einem deutlichen Zuwachs von 336 Millionen Franken hervor. Demgegenüber sanken die Exporte nach Nordamerika – nach zwei kräftigen Vormonaten – im Juli um 3 Prozent oder 145 Millionen Franken.

Einzig die Importe aus Nordamerika im Plus

Nahezu alle Sparten verzeichneten im Juli 2026 eine negative oder stagnierende Importentwicklung. Am deutlichsten belastete der Rückgang bei den chemisch-pharmazeutischen Erzeugnissen das Gesamtergebnis. Hier reduzierten sich die Bezüge gegenüber dem Vormonat um einen Zehntel oder 788 Millionen Franken. Bei der Subgruppe Antisera und Vaccine folgte auf das kräftige Plus im Vormonat (+34,8 Prozent) eine Abnahme um 12,7 Prozent im Juli. Einen erwähnenswerten Rückgang registrierten auch die Fahrzeuge (–110 Millionen Franken), die in den vergangenen Monaten einen sehr positiven Verlauf verzeichnet hatten.

Regional betrachtet entwickelten sich zwei der drei grossen Beschaffungsmärkte negativ, wobei das Minus in Europa und in Asien mit je –3,4 Prozent gleich hoch ausfiel. Bei Erstgenannten sind Deutschland, Slowenien und Frankreich zu nennen, die kumuliert für 497 Millionen Franken weniger Waren in die Schweiz liefern konnten. In Asien standen rückläufigen Importen aus China Mehrimporte aus Südkorea und Japan gegenüber. Die Einfuhren aus Nordamerika stiegen um 2,2 Prozent (USA; + 3,4 Prozent).

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Herausgeber: Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit