Erstes Quartal 2026: Exporte fallen auf den tiefsten Stand seit dem dritten Quartal 2021

Im ersten Quartal 2026 rutschte der Aussenhandel in beiden Handelsrichtungen saisonbereinigt ins Minus. Die Exporte setzten damit ihren Negativtrend fort und sanken gegenüber dem Schlussquartal 2025 um 4,2 Prozent. Die Importe gaben um 4,7 Prozent nach. Die Sparte Chemie-Pharma hatte in beiden Verkehrsrichtungen massgeblichen Einfluss auf die Entwicklung. In der Handelsbilanz resultierte ein Überschuss von 11,1 Milliarden Franken.

Gesamtentwicklung

Die Exporte sanken im ersten Quartal 2026 saisonbereinigt um 4,2 Prozent (real: +3,7 Prozent) auf 66,9 Milliarden Franken und fielen auf den tiefsten Stand seit dem dritten Quartal 2021. Auf der Importseite reduzierte sich der Warenbezug um 4,7 Prozent (real: –1,2 Prozent) auf 55,8 Milliarden Franken. Über die letzten zwölf Quartale tendierten die Importe – mit Ausnahme weniger Ausreisser – insgesamt seitwärts. Der Handelsbilanzüberschuss belief sich im ersten Quartal 2026 auf 11,1 Milliarden Franken und schrumpfte damit zum fünften Mal in Folge.

Export: 8 von 10 Warengruppen mit einem Minus

Der Exportrückgang im ersten Quartal 2026 erfasste acht der zehn wichtigsten Warengruppen. Die umsatzstärkste Warengruppe der chemisch-pharmazeutischen Erzeugnisse war am deutlichsten betroffen: Ihre Ausfuhren schrumpften um 8,1 Prozent oder 3,0 Milliarden Franken. Es ist zugleich der vierte aufeinanderfolgende Rückgang in dieser Warengruppe. Sowohl die pharmazeutischen (–9,3 Prozent) als auch die chemischen Erzeugnisse (–4,1 Prozent) mussten substanzielle Einbussen hinnehmen. Weniger ausgeprägt fielen die Verluste bei Bijouterie und Juwelierwaren sowie Nahrungs-, Futter- und Genussmitteln aus; kumuliert beliefen sie sich auf 108 Millionen Franken. Positive Akzente setzten dagegen die Uhren- und Fahrzeugexporte. Erstere legten um 2,1 Prozent oder 134 Millionen Franken zu. Die Fahrzeugexporte kletterten mit einem Plus von 1,2 Prozent auf einen neuerlichen Höchstwert (1,8 Milliarden Franken).

Geografisch verlief die Entwicklung uneinheitlich. Als einzige der grossen Absatzregionen wuchsen die Ausfuhren nach Europa (+3,8 Prozent), wobei Belgien, Italien, Frankreich und Slowenien kumuliert 1,3 Milliarden Franken dazu beitrugen. Demgegenüber gingen die Lieferungen nach Deutschland um 662 Millionen Franken zurück. Die Exporte nach Nordamerika brachen um 14,4 Prozent ein. Dieses Ergebnis ist massgeblich durch die USA (-15,6 Prozent) beeinflusst. Die Ausfuhren dorthin fielen mit 9,8 Milliarden Franken auf den niedrigsten Stand seit dem Schlussquartal 2020. Auch Asien (–5,2 Prozent) musste eine Einbusse hinnehmen. Das Minus dort war primär auf rückläufige Lieferungen nach China (–9,8 Prozent), Japan (–5,9 Prozent) sowie in die Vereinigten Arabischen Emirate (–8,4 Prozent) zurückzuführen

Importe: Südkorea-Importe auf neuem Höchstwert

Im ersten Quartal 2026 verbuchten sechs von elf Warengruppen abnehmende Einfuhren. Wie schon auf der Exportseite rutsche die Gruppe der chemisch-pharmazeutischen Erzeugnisse am stärksten ins Minus: Die Bezüge gingen um 10,8 Prozent oder 2,3 Milliarden Franken zurück, wobei die Untergruppe der Arzneiwaren mit Mindereinfuhren von 2,0 Milliarden Franken den Löwenanteil ausmachten. Nach einem kräftigen Anstieg im Vorquartal brachen die Bezüge von Bijouterie und Juwelierwaren deutlich ein (–22,2 Prozent oder 570 Millionen Franken). Ebenfalls rückläufig entwickelten sich die Fahrzeugimporte mit einem Minus von 294 Millionen Franken.

Auf Kontinentebene war Europa (–5,2 Prozent) hauptverantwortlich für den Rückgang. Am stärksten sanken die Bezüge aus Slowenien (–1,3 Milliarden Franken), gefolgt von Deutschland, Irland und Frankreich mit Rückgängen von total 686 Millionen Franken. Die Einfuhren aus Nordamerika legten um 2,8 Prozent zu, während jene aus Asien geringfügig nachgaben (–0,3 Prozent). Innerhalb dieses Kontinents stachen Südkorea und China positiv hervor, woher die Bezüge kumuliert um 527 Millionen Franken stiegen. Über die letzten fünf Quartale wuchsen die Importe aus Südkorea (Chemie-Pharma) im Schnitt um 21,6 Prozent und erzielten im ersten Vierteljahr 2026 mit 1,1 Milliarden Franken einen neuen Höchstwert.

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Herausgeber: Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit